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Argl. Kaum ist man in Deutschland, fangen die Probleme an. Warum verdammt bekommt die Deutsche Bahn den Betrieb einfach nicht gebacken?

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Bis Linz waren alle Züge pünktlich, es gab zwischendurch maximal 5 Minuten Verspätung. Der letzte Abschnitt hier im ICE ist jetzt schon 75 Minuten spät. Boardrestaurant geplündert, auf der ganzen Strecke nichts zu essen. Nicht mal ein Schokoriegel oder ähnliches.

Aber jetzt kommt das beste: durch die Verspätung ist in Mainz kein Personal mehr. Die machen einfach Feierabend, ohne Rücksicht auf Verluste. Vorschlag jetzt von der DB: Ausstieg im Fraport. Krass.

Ok, ich soll jetzt im Fraport raus und dann schlägt die DB vor, dass ich mit der S-Bahn nach Mainz weiter fahre. Ich habe gerade mal aus Spaß nachgesehen, wenn dort wirklich alles reibungslos laufen würde und wir tatsächlich die nächste S8 bekämen, wären wir um 23:56 in Mainz. Das wären dann für mich fast 100 Minuten Verspätung, jede Menge Gegurke durch den Fraport (der Regionalbahnhof ist am anderen Ende des Flughafens) und mit einem Haufen Konjunktive verbunden.

Das machen wir natürlich so nicht. Stattdessen rerouten wir meinen Assistenten, der uns mit meinem Auto in Mainz abholen sollte, einfach an den Fraport.

Ich bin nur froh, dass mein Assistent da so flexibel ist und ihm relativ egal ist, ob er nach Mainz oder Frankfurt kommt. Von der Entfernung her nimmt sich das zum Glück auch nicht viel. So haben wir wenigstens eine tragfähige Lösung. Mich ärgert so etwas trotzdem ungemein, vor allem die Haltung die dahinter steht. Barrierefreiheit ist bei der DB halt immer nur ein Nice-to-have aber nichts was irgendwie wichtig wäre.

Die Sache ist nämlich die: eigentlich wollen wir ja nach Koblenz, denn da wohnen wir. In Koblenz kommt der ICE 22, in dem wir sitzen, sogar vorbei und hält dort auch. Da wäre es doch sehr praktisch gewesen, einfach mit dem Zug nach Hause zu fahren, zumal wir 500 m vom Bahnhof entfernt wohnen.

Denkste.

Geplante Ankunftszeit wäre 23:11. In Koblenz macht das Personal aber um 22:30 Feierabend. Ich könnte diese Fahrt also überhaupt erst gar nicht anmelden, sie würde direkt von der MSZ abgelehnt.

So bleibt also sowieso nichts anderes übrig als einen anderen Zielbahnhof zu wählen und uns dort abholen zu lassen.

Ok,wir hätten dann noch die Regionalbahn von Mainz nach Koblenz fahren können, da braucht man dann keine Hilfe vom Bahnhofspersonal, denn man kommt eigenständig raus. Aber mit der Verbindung wären wir erst nach Mitternacht zu Hause. Also auch keine echte Option.

@thalon ich vermute das ist eine rhetorische Frage?

@thalon Ähm... und sonst lassen sie Dich im Zug oder was?

@thalon Ich drücke Euch mal die Daumen, dass alles gut wird 👍

@thalon das ist ja wirklich lächerlich, ich bin immer wieder erschüttert über deine und andere Berichte wie schlecht Barrierefreiheit in Deutschland wirklich funktioniert 😓 danke dass du darüber schreibst, und Daumen sind gedrückt dass die nächsten Reisen besser klappen

@thalon gab es nicht bei über einer Stunde Verspätung eine Entschädigungszahlung?
100 Minuten Verspätung nach Mainz sind 1/4 der "Quer durch Deutschland"-Kosten. Bis Koblenz wäre das bestimmt auch auf 120 Minuten = 50% angewachsen.

Das hätte dann ja sogar gereicht, um dem DB-Personal die Überstunde zu bezahlen. 😉

@thalon ich kann und will da nichts beschönigen, aber um Fair zu bleiben: Die OEBB hat es halt aufgrund des strukturell einfacher zu handhabenden Netzes auch etwas leichter als die DB.

@wolf gute Idee, wir zerschlagen die DB in Regionalgesellschaften mit jeweils kleineren Netzen ^_^

@thalon Das Gegenteil passiert ja gerade. Die DB “optimiert” die Netze so, dass inzwischen nur noch schnelle Städteverbindungen existieren (die lohnen sich finanziell). Ein kleinteiligeres Netz, was alle verbindet wurde ja schon seit Jahren immer weitere abgebaut.

@thalon das hab ich ja nie abgestritten, wollte nur den Vergleich mit der OEBB etwas geraderücken ;-)

@thalon Bahnbetrieb ist halt "ein bisschen" komplex. EVU, Fahrzeuge, Personal, Infrastruktur (Strecken, Zugsicherung, Bahnhöfe etc), Fernverkehr, Regionalverkehr, S-Bahn, Personenverkehr, Cargo etc. - und dann die Politik. @wolf

@thalon @Hiker die Infrastruktur wurde sehr konsequent abgebaut (man nennt das wohl verschlankt ;-) Und der einzige Fokus waren und sind offenbar weiterhin Hochgeschwindigkeitsstrecken, um damit finanziell profitabel dem Flugverkehr Konkurenz zu bieten. Aber klar, die bahn wurde privatisiert (Ausnahme war der defizitäre Geschäftsbereich Infrastrukrur). Somit muss die DB auch Gewinne machen (Aktiengesellschaft). Das kann mit Verkehr nicht fiunktionieren, denn Verkehr ist etwas, was wir uns als Allgemeinheit leisten müssen (das ist ähnlich wie beim Gesundheitswesen, aber jetzt mach ich das nächste fass auf…)

@wolf Ja, darum gehört bei uns in der CH die Bahn eben zum sog Service Public - auch wenn die Liberalen da immer wieder mit Privatisierungsgelüsten kommen - da gibts nix zu privatisieren. Klar darf die Seite der Ausgaben nicht ins Unendliche schiessen, "optimiert" muss auch da sein - schon dem Steuerzahler gegenüber. Aber die Aufgabe ÖV gehört in die öffentliche Hand. @thalon

@Hiker

Das kann nicht sein…

Übertreibung mach anschaulich ;-)

@Hiker was bringt nichts weiter? Anschaulichkeit? Übertreiben? Manchmal bringt das was, beides ;-)

@wolf Ja gut, meine Sicht auf die Bahn in CH ist halt eine andere und was D betrifft, weiss ich viel zu wenig. Aber hier wie dort: Bahn ist ein hoch komplexes Geschehen - da bringen Märklin-Kenntnisse nicht viel weiter.

@Hiker ich hab weder Märklinkenntnisse, noch arbeite ich in einem Bereich, wo ich da viel Ahnung haben muss. Aber dass bei der bahn in D sehr viel falsch läuft kann ich auch als einfacher Nutzer feststellen. Zumindest habe ich mal Bauingenieurswesen studiert und da einiges in Verkehrsplanungsvorleseungen gelernt. Deshalb übrigens auch mein Einstieg in diesem Thread, wo ich nur anmerken wollte, dass es in einem vergleichsweise wenig komplexen Netz wie der OEBB leichter ist, als in einem sehr viel komplexeren wie dem der DB.

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