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Ich weiß, viele von uns sind es nicht gewohnt, dass es Lieferschwierigkeiten gibt, Regale in den Supermärkten leer bleiben und bestimmte Produkte schwerer zu erhalten sind.
Ich finde das gar nicht so schlimm, denn es macht mir bewusst, in welch unverschämten Luxus wir all die Jahre gelebt haben und immer noch leben.
Letztens bei einer Führung sagte eine alte Frau im Gespräch: "Wir alle haben viele Jahre wie die Made im Speck gelebt und es wird Zeit, dass wir einsehen, dass das nicht geht."

@Thalestria Guten Morgen! Gute Erkenntnis, sehe ich genauso! Irgendwann musste es beginnen.

@Radiojens Guten Morgen Jens. Ja, es wird höchste Zeit, dass sich unser Leben verändert, dann wissen manche Menschen vielleicht auch wieder mehr zu schätzen, was sie haben. Ich finde diese Selbstverständlichkeit, mit der manche Menschen ihre Anspruchshaltung zeigen, richtig erschreckend.

@Thalestria Ja, sehe ich auch so. Ich bin in dieser glücklichen Generation aufgewachsen, in der alles sicher schien, und in der Wohlstand selbstverständlich war. Galt auch für Demokratie z. B. Wir haben so intensiv auf Kosten aller gelebt, dass irgendwann das große Erwachen kommen musste! Und jetzt sind die meisten Leute nicht gewillt, es wahrhaben zu wollen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Nach mir die Sindflut!

@Radiojens Ich bleibe da optimistisch, es sind schon einige, die umdenken, die anderen sind nur oft sehr viel lauter. Ich habe durch die Führungen immer wieder mit vielen Menschen zu tun und da sind immer mehr dabei, die dafür einen Sinn haben und das ähnlich sehen wie wir.

@Thalestria Und du meinst, es könnte noch reichen? Das würde mich freuen. Ich habe in den letzten Monaten so die Hoffnungverloren, dass ich mich über jeden Optimisten, über jede Optimistin freue, wo man das Gefühl hat, die meinen es ernst!

@Radiojens Ich hoffe einfach, dass es noch reicht. Was bleibt uns auch anderes übrig? Ohne Hoffnung, da kommen wir dann in ein Gefühl von "nach mir die Sintflut", weil wir denken, es ist ja eh alles zu spät. Und genau das dürfen wir jetzt nicht! Keiner weiß was passieren wird, nicht mal die Wissenschaftler sind sich einig: die einen sagen, es ist alles zu spät, die anderen, das gelingt noch. Und durch die Situation jetzt, passiert endlich etwas, werden die Menschen aufgerüttelt und entwickeln

@Radiojens sich neue Ideen und auch Technologien. Das war immer so, erst in Krisenzeiten kann sich neues entwickeln, wird die Veränderung angekurbelt.
Wir haben in einer Ausstellung hier in Trier zum Untergang des römischen Reiches eine Mitmachstation, da sollen die Menschen abstimmen, ob uns wieder ein Untergang bevorsteht. Letztens stimmte einer meiner Gäste demonstrativ für Nein ab (die meisten stimmen für Ja, aber immer noch viel für Nein).

@Radiojens Er meinte dazu: Ja, wir sind in einer Krise, aber da kommen wir auch wieder raus. Das war immer so, das gab es immer und das wird auch wieder so sein. Starke und optimistische Worte, hat mich sehr beeindruckt.

@Thalestria Ich brauche halt immer so was, worauf solcher Optimismus gegründet ist. Glaube allein hilft da nicht. Viele sagen ja: Es ist immer auf und ab gegangen, es wird auch wieder besser werden. Und sie begreifen nicht, dass diesmal eben nur was wieder besser oder nicht ganz so schlimm werden kann, wenn etwas Grundlegendes geschieht. Und die Meisten haben- teils verständlich - vor grundlegenden Veränderungen Angst.

@Thalestria Natürlich hast du recht, es sollte niemandem egal sein, und genau gegen diesen Sinflutgedanken muss man angehen. Trotzdem überkommt mich durchaus immer mal wieder Hoffnungslosigkeit.

@Thalestria ja das mit den Anspruchsdenken stimmt, aber ist nicht nur so bei lebensmittel, auch bei anderen Sachen, wie hilfeleistungen. Da glauben auch einige ein anspruch drauf zu haben. Manchmal muss man sich aber mal selbst helfen

@gse Wenn man sich selbst helfen kann, bin ich da bei Dir. Aber es gibt es Menschen, die arm sind, ausgegrenzt, die ALG2 beziehen und eh schon am Rand des Existenzminimums, die brauchen Hilfe.

@Thalestria War aber auch irgendwie die "Definition" eines wünschenswerten Lebens. Wenn ich daran denke, wie wir 1989, 1990 das erste Mal über die dann plötzlich offene Grenze nach Bayern, nach Hof gefahren und dort durch die Kaufhäuser gegangen sind: Plötzlich gab es _alles_ - Bananen, Orangen, Bier, Obst, Kochschinken eingeschweißt in Folie, Joghurt, Brötchen - und vor allem offensichtlich _immer_ und von jedem der Produkte noch mindestens ein halbes Dutzend verschiedener Varianten verschiedener Marken. Und das schien für alle erstrebenswert, die sonst wussten: In unseren Geschäften gab es das, was es eben gab, Bandbreite und Angebot waren meist begrenzt, für bestimmtes Obst (nicht nur Bananen, aber die eben auch) kannte man Warteschlangen, wenn auch nicht immer und überall. Wenn ich heut so manchmal durch die Supermärkte schleiche, frage ich mich immer wieder, wer 25+ verschiedene Sorten Bier (die vor allem dann meist alle gleiches Industrie-Pils derselben großen Gruppen sind), 2+m verschiedener Sorten Wein, ... wirklich _braucht_. Würden wir insgesamt schlechter leben, wenn wir allein nur bei den Auswahlmöglichkeiten pro Artikel das Spektrum halbieren oder sogar vierteln? Wäre das schon "Mangel", würde da etwas fehlen? Oder wäre das eigentlich geboten im Blick auf Ressourceneinsparung in quasi jeder Hinsicht (einschließlich der Frage, wie viel von diesen Dingen dann irgendwann abgelaufen entsorgt wird)?

@z428 Da hast Du vollkommen Recht, ich bin auch der Ansicht, das alles brauchen wir nicht. Aber das gehört zum System des Kapitalismus dazu, Begierden und Wünsche zu wecken auf Dinge, die wir nicht wirklich brauchen. Und genau das führt uns jetzt in diese Misere hinein.

@z428 @Thalestria Natürlich "braucht" niemand diese Auswahl.
Aber es zeigt ja auch schön was passiert, wenn man den einen die Auswahl gibt, und den anderen nicht... wie Deutschland geteilt und dann vereint erlebt hat.

Was den Wein betrifft... es gibt halt so viele verschiedene Weine, weil es so viele verschiedene Traubensorten, Lagen und dann auch noch Winzer gibt...

Mein Verkehrsplanungsprofessor meinte einst:
Wenn man in Wien, Giegritzpatschen, Hamburg, Paris, Hintertupfing in den Supermarkt geht, und überall den eingeschweißten Rohschinken von Handl oder 3 anderen Herstellern angeboten bekommt, oder Butter aus Irland, aus Italen, aus Österreich, gesalzen und ungesalzen... dann suggeriert das Vielfalt. Aber irgendwie schmeckt das alles gleich.
Wenn du Vielfalt willst, dann geh in Kärnten von Alm zu Alm, von Bergbauer zu Bergbauer und koste dessen Milch, Milchprodukte, dessen Speck und Wurst. DANN hast du eine Idee davon, was wirklich Vielfalt ist. Die suggerierte Einheits-Vielfalt im Supermarkt wird über Millionen Transportkilometer erkauft und lässt die Menschen verarmen.
@jakob Natürlich. Dann bist Du wieder an dem Punkt, an dem der Braumeister meines Vertrauens immer gern zitiert: "Ich kauf lieber regional als bio, weil bio ist wichtig, aber regional ist wichtiger." Was aber eben auch Varianz zur Konsequenz hat, und den Umstand, dass Produkte unter Umständen (bzw. besser gesagt sehr sicher) nicht immer diesselbe Qualität, diesselben Eigenschaften, diesselbe Charakteristik haben. Am Ende gibt es eine Markenvielfalt, aber die dient vermutlich eher der Preisoptimierung oder gewissem Tribalismus (Abgrenzung über Produktwahl) als wirklich qualitativen Unterschieden. Da bin ich wieder beim Bier: Die marketingaffinen "Luxuskäufer" kaufen Radeberger. Der "Hipster" kauft Sternburg. Wer zwischendrin ist, kauft Krostitzer oder Feldschlösschen, aber am Ende sind es alles "nur" Biere nach Pilsener Brauart, teilweise noch von Brauereien, die zu derselben großen Gruppe gehören. Fast gleicher Alkoholgehalt, gleiche Rezeptur, und ich wage zu behaupten, dass die sich geschmacklich nicht wirklich unterscheiden lassen. Wirklich _richtige_ Varianz - also etwa ein IPA - bekommt man im "normalen" Supermarkt selten bis nicht. An der Stelle ist es noch in mehrerlei Hinsicht unsinnig.

@Thalestria
@z428 @Thalestria Nun... Bier ist Bier... und doch unterscheiden die dich gewaltig...

Btw, in meinem Supermarkt ums Eck krieg ich Hadmar Biobier aus der Brauerei Weitra.

Ich vermeide Braukonzernbiere, wo ich kann. Daher fröne ich dem regionalen Frischverzehr und trinke in Wien Ottakringer, in Oberösterreich Freistädter, hier eben Weitra oder Zwettler Bier. In Laa an der Thaya wird Hubertus getrunken...

Es gibt zum Glück auch nach der Übernahme der Brauunion durch Heineken noch eine Vielfalt an Auswahl regionaler Biere.

Und ja, beim Wein... kalifornischrn Einheitswein... danke nein. Auch hier halte ich mich strikt an die Regionalität.

Ja, regionale Herkunft saisonaler Produkte bedingen Qualitätsschwankungen... so what.
Der Supermarkt hat es nicht gern. Ich schon.

@Thalestria Ich bin da ganz bei dir, ich brauche auch nicht immer alles und jederzeit in riesigen Mengen.

@nachdemsturm Ich finde es irgendwie heilsam, zu erleben, was die meisten Menschen der Welt erleben, dass eben nicht immer alles verfügbar ist. Was für ein Wahnsinn, dass das unser "Normal" war.

@Thalestria Ich befürchte allerdings, dass wir nicht in einer "Lernphase" sind, sondern eher in einem Overshoot & Collapse-System... steigende Nachfrage bei begrenzten Ressourcen...

exchange.iseesystems.com/publi…




Das geht nicht "sanft", da haut es einfach alle und alles zusammen.

@Thalestria Ich bin ein Kind der DDR und kann mich an solche Momente noch sehr gut erinnern. Das ist bei mir ähnlich wie das so genannte Muscle-Memory, wenn es notwendig ist, kann ich ganz schnell wieder zurückfahren.

Aber ja, so wie bisher kann es einfach nicht weitergehen.

@Thalestria Natürlich ist das nicht schön, wenn die Regale leer sind und es z.B. auf Wochen hinaus bei Rewe keinen Krümel Mehl zu kaufen gibt.
Es wäre aber total gut, wenn das dann von den Unternehmen und der Politik verständlich und offen kommuniziert werden würde. Aber irgendwie nehme ich das so nicht wahr. Eher tun alle so als wäre nichts.

@Thalestria wenn ich in unserem Supermarkt die Regale so betrachte: ca. 10 Meter nur Nudeln, große, kleine, gedrehte, gelockte, platte, dünne, schmale, breite, mit Ei, mit Grieß, in Bronzeform gebacken, italienische, deutsche…

Und ähnlich bei Alkohol, Waschpulver, Schokolade, Marmelade, Käse, Wurst, Konserven, Kaffee, Tee…

Es ist ja schön, Auswahl zu haben, aber irgendwann wird es einfach zu viel. Es erschlägt einen regelrecht.

@chotemysl @Thalestria Es gibt ganze Regalreihen mit Hunde- und Katzenfutter.

@Erika bei uns eher nicht. Dafür ist der Fressnapf nebenan zuständig. 😄 Und was da an Kram unter's Volk gebracht wird, ist auf so vielen Ebenen unglaublich.

@Thalestria

@chotemysl Spannender wird das noch, wenn man den Prozess mal weiterdenkt. Also: Wieviel Ressourcen brauche ich, um diese Auswahl zu produzieren, zu transportieren, vor Ort vorzuhalten? Wieviel Verkehr entsteht dafür? Wieviel Platzbedarf habe ich in Städten, um das Zeugs in Supermärkten auch nur zu präsentieren? Wieviel Energie brauche ich dort für Licht, Klimatisierung, ...? Wieviel Fläche versiegele ich damit? Wieviel Platz, Energie, ... brauch ich für Zwischenlager, von denen aus die Dinge verteilt werden? Wieviel könnte ich an all diesen Ecken einsparen, wenn ich die reine Bandbreite an verschiedenen Varianten ansonsten gleichwertiger Produkte halbiere oder viertele? Also, wenn ich mal bei den Nudeln bleibe, eben nicht mal verschiedene Formen und Farben ausschließe, sondern "einfach nur" unterbinde, dass ich glatte, gleich lange und gleich dicke Spaghetti nicht von fünf, sondern nur von zwei verschiedenen Herstellern im Regal liegen habe? Wenn man in diesen Gedanken verlorengeht, wird man nervös ob der schieren Verschwendung entlang des Weges für Dinge, die dann schlimmstenfalls irgendwann "in die Tonne" gehen, weil sie niemand kauft.

@Thalestria
@z428 @Thalestria @chotemysl Dann stellt sich die Frage, ob der Supermarkt nicht eventuell doch das falsche Medium zur Distribution von Lebensmittel ist.

Und in Wahrheit, reicht es, wenn alle das selbe Gewand in der selben Farbe tragen... Wenn alle schirch sind, fällt ein einzelner schircher wenigstens nicht auf.
In Wahrheit reicht eine einzige Kaffeeröstung und alle haben die gut zu finden.
In Wahrheit reicht eine Sorte Gemüse, eine Sorte Weit von einer Rebesorte die besonders resistent ist von einem Hersteller... der kann viel effizienter produzieren.

Aber in Wahrheit sprichst du - wenn auch etwas verklausiliert - von Monokultur, dem Gegenteil von Artenvielfalt... du willst also im Supermarkt genau das, was am Feld falsch ist.

Es gibt deswegen verschiedene Nudeln, weil jeder Hersteller unterschiedliche Rezepturen hat. Der eine nimmt mehr, der andere weniger Eier, der dritte gar keine. Der eine nimmt Weizenmehl, der andere Roggenmehl. Die einen vertragen nur Reisnudeln und keine Weizen, dem 17. schmecken dicke Nudeln nicht, dem 19 hingegen die dünnen. Aber in Wahrheit könnten sie alle eine Einheitsnudel essen.

Ich gehe mit deiner Meinung über Vielfalt im Markt absolut nicht konform.

Wo ich aber gegen Vereinheitlichung bin, ist die Anzahl der Supermarktketten. Diese sind zu groß, zu mächtig. Ich hätte gerne wieder viele kleinere Händler die auch tatsächlich regionalere Produkte anbieten. DAS würde nämlich deutlich weniger Transportaufwand bedeuten. Ja und dann krieg ich diese eine Biersorte NICHT im 50km oder 1000km entfernten Geschäft... weil es die nur hier gibt. Das würde mir sehr gefallen.
@jakob Naja, also... ich glaube, dass verschiedene _Sorten_ Gemüse, Wein, Kaffee, ... in einem gewissen Rahmen durchaus Daseinsbeerchtigung haben, dto auch verschiedene Sorten Bier, Brot, ... . Was mich manchmal nervös macht, ist der Umstand, dass man dann (um im Bild zu bleiben) 15 verschiedene Ausprägung derselben Arabica-Röstung, 20 verschiedene Marken desselben Merlot oder Chiraz oder 15 Sorten italienischer Spaghetti hat. Im Umkehrschluss aber, und das meinte ich eingangs: Auch im Supermarkt, in dem es 25 oder 30 Sorten Bier gibt, bekomme ich kein IPA, kein Red Ale, allgemein kaum obergäriges Bier, weil das alles nur Pilsner Brauart ist, und vielleicht 'mal ein Dunkles (also Industrie-Pils gefärbt mit Röstmalz). Im Supermarkt um die Ecke bekommt trotz einem guten Dutzend verschiedener Spaghetti-Sorten mein Kollege mit der Gluten-Unverträglichkeit keine, die er konsumieren kann, weil die am Ende in der Rezeptur alle gleich sind. Bei Süßkram hab ich ein meterbreites Regal, aber am Ende steht auf den meisten Produkten hinten Nestlé oder Ferrero. Dort _habe_ ich (so zumindest der Eindruck) im Kern der Sache Monokultur, nur eben versteckt hinter verschiedenen Marken.

Ob der Supermarkt ein geeignetes Werkzeug zur Verteilung ist, scheint mir eine zweite Frage. Ich kenne aus Dörfern in Süditalien "Supermärkte", das sind (nach hiesigen Vorstellungen) Kleinstläden, die haben "alles" (im Sinne von Produktvielfalt), aber "wenig" (im Sinne der Auswahl verschiedener Ausprägungen gleicher Produkte). Dort gibt es eben nicht zehn, sondern nur zwei Sorten Seife. Dort gibt es auch verschiedene Weine (im Sinne von Reben), aber mehrheitlich lokal hergestellt. Dort gibt es (was ich sehr interessant finde) Wurst und Backwaren nahezu ausnahmslos einheimisch hergestellt an der Theke statt eingeschweißt im Regal. Augenscheinlich funktioniert das dort recht gut, aber ich kenn die sozialen Strukturen drumherum nicht gut genug, um zu wissen, warum.

@Thalestria
@chotemysl
@z428 @Thalestria @chotemysl Hmmm... ich hab das Gefühl, deine Supermarkterfahrungen sind andere als meine...

Ich bevorzuge seit jeher die kleineren Märkte, auch der großen Ketten.
Und gerade Spar wird hier oft im Franchise betrieben. Mit einer Standardpalette an Produkten. Oft auch regionale Produkte. Kleinere Sortimente. Und oft am Land auch mit umfassenderem Portfolio, weils der einzige Versorger für alles ist.

Der Markt hier ums Eck hat ich glaub 5 verschiedene Milch. Normalfett, Halbfett, normal haltbar, länger haltbar, im tetrapack und der Glasflasche. Ach ja... beim Kaffee noch die Haltbarmilch. Ein Hersteller, halbliter, ganzliter. Und Schaf- und Ziegenmilch.
Das Milchregal hat ungefähr 1m Lauflänge.
Das finde ich angrnehm überschaubar.
Nudeln hat er vom Österreichstandard Recheis und die allseits beliebten Barilla...

Ich meide seit jeher diese Hyper- und Megamärkte. Ich verscheiß zu viel Zeit dort, wenn ich nur kleinigkeiten benötige. Das Warenangebot überfordert mich. Ich mag diese Konsumtempel einfach nicht. Also gehe ich dort nicht hin.

Supermarkt ist ein notwendiges Übel... als darf der Aufenthalt kurz sein.

Wo ich aber irgendwann mal amoklaufe ist der Umstand, dass diese Deppen von Marketingarschlöchern dauernd "Ich versteck dir dein Futter" spielen. Ich greif zur Butter und hab Frischkäse in der Pfote, weil mal wieder umgeschlichtet wurde... das steigert angeblich den Umsatz, weil die Kunden "neues" entdecken.
Ich hau denen mal den ganzen Krempel aus dem Regal.
@jakob @Thalestria @z428 @chotemysl Ich wohne in der Berliner Innenstadt. Hier gibt es einen kleinen Edeka. Ähnlich, wie du deinen Spar beschreibst. Er hat die Pasten vom türkischen Feinkost um die Ecke und wenn einem im Sortiment etwas fehlt besorgen sie es gerne. Außerdem auch lokale Sachen, die der große Edeka nicht hat. Ich habe sowieso den Eindruck dass der große Edeka weniger Auswahl hat,der hat dann eben alles 50 Mal, der kleine vielleicht nur 5 Mal.
Umsortieren hasse ich auch.
Wenn mein Sohn einkaufen geht und etwas nicht findet, ruft er mich an und ich kann ihm dann exakt sagen, wo das ist. Habe da schon echt Eindruck geschunden bei ihm.
@z428 @Thalestria @chotemysl @anikke War mal vor vielen Jahren mit meiner damals nochnicht-Ex im Eurospar.
Wir brauchten Lebensmittel.

20m Milchregal, 20m Wurstregal, 20m Keksregal... usw.

Ich hab "meine" Milch, Butter und Käse und dann noch Wurst im Wagerl gehabt, da ich die gezielt angesteuert hatte. Bei der Fleisch und Gebäcktheke wunderte ich mich wo meine Freundin ist und ging sie suchen.

Die stand immer noch vor den ersten Metern Milch und blickte in das Kühlregal rein, wie Alice im Wunderland.
So ging das ca. eine 3/4 Stunde...

Sie war total überfordert... und ich hab dann Streit angezettelt, weil ich so grantig war.

Sie erklärte mir dann, dass sie überfordert sei wegen des Angebotes, und ja genau vergleichen müsse, was billiger sei, warum das teurere teurer ist usw. Nahm immer die hinten eingeschlichteten Packerl usw.
Dann erklärte sie mir, sie liebe dieses Gefühl der Überforderung vom Warenangebot. Es wäre schön, sich darin zu verlieren.

Für mich war es ein wesentlicher Baustein, der zur Trennung führte.

Ich halte sowas nicht aus.
@jakob @Thalestria @z428 @chotemysl Zumindest würde ich nicht mehr zusammen einkaufen gehen.
Ich kaufe immer mit Einkaufszettel ein und habe meine feste Produktpalette. Manchmal mag ich es mich treiben zu lassen, aber dafür muss der Laden leer sein und ich Zeit haben (sehr selten).
Im Ausland mache ich das allerdings sehr gerne.
@z428 @Thalestria @chotemysl @anikke Es war ein Puzzlestück einer Persönlichkeit, mit der ich nicht zusammenpasste... 😊
@anikke @Thalestria @jakob @z428 @chotemysl Wir sind hier in einer Landstadt mit unter 5000 Einwohnern, die aber Mittelzentrum für die gesamte Umgebung ist. Hier gibt es einen Vollsortimenter (Rewe; ein Edeka ist seit Jahren geplant aber noch nicht gebaut), dafür jede Menge Discounter (Aldi, Lidl, Netto, Penny), einen kleinen russischen und einen kleinen polnischen Laden. Plus ein kleiner inhabergeführter Bioladen. Das Sortiment der Supermärkte hat natürlich nicht die Dimension eines Real, Kauflands, oder Globus. Aber vor allem Rewe hat alles, in mehrfacher Ausprägung, von mehreren Marken. Ein wenig lokal/regional dazwischen, aber ansonsten fast alles das normale Sortiment, das über den Großhandel kommt.
@jakob Hier sind im erlaufbaren Umfeld die Mehrzahl der Supermärkte tatsächlich eher so geschnitten, dass es von allem zu viel gibt, wie andernorts hier beschrieben - der große Edeka, der alles 50mal hat, aber skurrilerweise eben in weniger wirklicher Unterscheidung (von Marken/Produktnamen abgesehen). Meist hab ich eine klare Vorstellung, was ich dort brauche, insofern ist es eher lästig, weil man sich durch Suchende schlängeln und recht viel Zeit investieren muss, um die Sachen in den verschiedenen Ecken zusammenzusuchen. Insgesamt macht die Größe der Läden den Prozess merklich anstrengender, wenn man wirklich genau weiß, was man will...😑️

@Thalestria @chotemysl
@z428 @Thalestria @chotemysl Darum meide ich diese Konsumtempel auch wie der Teufel das Weihwasser... mit ist um die Zeit leid, die ich dort verschwenden muss. WEIL ich genau weiß, was ich will. Und wenn ich es nicht genau weiß, was ich grad will, hab ich dennoch mein Sortiment und alles andere ignoriere ich einfach.

Wenn ich schmökern will, geh ich auf den Wochen/Bauernmarkt. Hab zum Glück in meinem Wohnort so einen der wirklich entzückend, regional und erfrischend ist.

@jakob @z428 @Thalestria @chotemysl

Sorte != Marke
Verschiedene Nudelsorten, ja, klar, aber nicht in zig verschiedenen Verpackungen.
Und mir ist es scheissegal, ob die Nudeln zum Broccoli Fusili, Gucci oder Tommy Hilfiger heissen.
Bei gleicher Versorgungsqualität lässt sich der ganze Klumpatsch erheblich einschmelzen.
Und die Existenzberechtigung von "Smusi" in 0.05 Liter Plastiktütchen in der Teenagerfalle vor der Kasse stell ich erbarmungslos in Frage.

@wuffel @jakob @z428 @chotemysl Es gibt aus diesem Grunde Läden, die ich meide, weil ich das Einkaufen dort furchtbar unangenehm finde. Ich stand mal vor einem endlos langen Regal voller Nudeln im Wal Mart und dachte: Ich wollte doch einfach nur Nudeln! Ich war so überflutet, dass ich mich nicht mehr entscheiden konnte.

@Thalestria

Ich sehe da aber kein reales Mangel-, sondern ein Logistik- bzw Ökonomieproblem.

Wg "Kostenoptimierung" wurden Lager reduziert, just-in-time gemacht, lange & komplexe Lieferketten aus "billigeren" Ländern.

Dieses fragile System kracht jetzt mangels Puffern und Redundanz, weil Krieg, Klima, Pandemie, etc.

Eigentlich ist nach wie vor mehr als genug für alle da.

Lokaler Mangel und hohe Preise sind Folgen politischer Fehler beim setzen der Rahmenbedingungen seit den 80ern.

@Thalestria

Auch bei den "20 Pack Klopapier" bin ich nicht ganz einverstanden. 20 ist vielleicht etwas happig, vor allem wenn sie _in_ einer Knappheitssituation gekauft werden.

Aber generell wundert mich mehr, dass Vorratshaltung / Vorsorge offenbar unmodern geworden ist.

Dieses "Mein Kühlschrank ist bei <supermarkt>" (war mal 1 Werbespot) macht das eigene Leben erheblich abhängig von komplexen Systemen ausserhalb der eigenen Kontrolle.

Da warnt schon mein Sicherheitsbedürfnis.

@Thalestria

Meine Elterngeneration (geb 1933/37) war da vielleicht aus anderen, unguten Gründen ganz anders drauf.

Ich erinnere mich an eine Kartoffelkiste im Keller und jede Menge "Einweckgläser", etc.

OK, in Stadtwohnungen wird das eng, aber 2-4 Wochen Grundversorgung sollten sich auch da irgendwie lagern lassen. Auch Klopapier.

Die meisten Landbewohnys machen das eh, schon wg der weiten Wege.

@Thalestria grundsätzlich stimme ich dem zu. Aber, ich arbeite auch seit vielen Jahren u zahle Steuern. und ich möchte auch leben, ich habe nur dieses eine Leben und möchte ungern immer nur nach dem Grundsatz "Verzicht und sparen" leben. Es muss nicht immer eine Papaya eine Mango oder eine Banane vorrätig sein. All diese Sachen sind nicht notwendig für unser Leben und Überleben und für ein gutes Leben. Aber auf Krampf auf Dinge verzichten nur weil es gerade der Zeitgeist ist das möchte ich nicht

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