Wir hatten heute ein wirklich gutes Gespräch mit der evangelischen Pfarrerin im Ort. Es hat gut getan mit jemandem zu reden, die den Schrecken aus eigener Anschauung kennt und sie hat uns einige gute Anregungen gegeben. Zum Beispiel, dass ich mir das Glück, das wir in all dem Unglück hatten bewusster machen muss. Das trat durch den Schrecken, wie bedroht unser Zuhause war ziemlich in den Hintergrund.

Ich glaube, das ist das Schlimmste, wir wurden in unserem Zuhause, unserem totalen Schutzraum völlig unerwartet aufs Schlimmste "angegriffen", ich glaube, das dauert eine Weile das zu verarbeiten und uns wieder sicher fühlen zu können.

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Ich habe selbst 7 Jahre im Hochwassergebiet an der Mosel gewohnt und kann aus Erfahrung sagen, das war etwas völlig anderes, man weiß es, man weiß, die Mosel steigt, sie kommt in den Keller, man hat Zeit sich vorzubereiten, aber das hier traf uns alle völlig unvorbereitet und mit einer unvorstellbaren Gewalt. Unsere kleine Straße hatte sich in einen reißenden Bach verwandelt.

Sorry, dass ich Euch so damit zulabere, aber für mich ist das drüber reden und mich mitzuteilen ein wichtiger Baustein der Bewältigung. Ich bin seit Tagen immer wieder am Weinen, da muss so viel raus, was hinter den Aufräumarbeiten zurück stehen müsste.

@Thalestria

du labberst uns nicht zu. im gegenteil, es sind mahnende worte und rufen zum zusammenhalten auf.
schreib es nieder....

@kranfahrer Ich danke Dir sehr. <3 Ich bin sehr gerührt von all der Unterstützung, die wir hier erfahren.

@Zahni Dankeschön Conny. Das alles war so kräftezehrend, ich war noch nie in meinem Leben so erschöpft. 😘

@Thalestria ist schon ok. Wenn zuhören hilft, mache ich das gerne.

@Thalestria besser du lässt es hier raus als irgendwo, wo Dich keiner versteht oder Du obendrauf noch dumme Sprüche erntest. Ich glaub, Deine Ängste und Dein Umgang mit dem, was Ihr erlebt habt, ist völlig normal und gesund und verdient Respekt.

@kraehenpost Dankeschön. <3 Ich weiß gar nicht, ob das so besonders ist, was wir machen. Weißt Du, man muss aufräumen, sauber machen, alles organisieren, das verlangt Kraft, aber die muss man haben. Das psychische Verarbeiten ist nochmal schwerer, denke ich.

@Thalestria Lass es raus, das hilft dir auf jeden fall! Und als „labern“ würd ich das bestimmt nicht bezeichnen - wenn es dir hilft, ist das absolut ok 👍❤️

@Moppel Danke, ja, es hilft sehr darüber zu reden. Hab ich heute auch im Gespräch mit der netten Pfarrerin gemerkt. ❤️

@Thalestria es gibt doch noch Momente, wo Pfaffen zu was gut sind 😏 aber Hauptsache reden… das ist nach solchen Katastrophen wohl mit das wichtigste, um es zu verarbeiten.

@Moppel Ja, anscheinend ist das so und das hab ich auch schon während der Aufräumarbeiten gemerkt, dass alle ein totales Bedürfnis zum Reden hatten.

@Thalestria
Mach‘ weiter, erzähl‘ nur. Tut Dir gut <3
Und uns gibt es das Gefühl, ein klein wenig mit-zu-tragen. Sonst kann ich von München aus wenig tun. Also wenigstens zuhören.

@jota Danke, es tut sehr gut, darüber zu reden. Das war ein dermaßen krasses Erlebnis, das muss irgendwie verarbeitet werden. ❤️

@Thalestria das ist kein „zulabern“, darüber zu reden hilft, ganz besonders hier in dem 2. Wohnzimmer 🤗

@Chephe1 Danke, das hilft wirklich sehr, auch zu wissen, dass das für Euch okay. ist. ❤️

@Thalestria @Chephe1 Kann Chephe nur zustimmen. Mir fehlen bei der Situation, in der ihr euch und ebenso die anderen in den betroffenen Regionen befindet, die Worte. Daher kommentiere ich dazu nicht groß, aber ich lese und fühle mit euch. Wenn dir was auf dem Herzen liegt, dann lass es raus - es wird gehört/gelesen. 🙂

@tombies Danke, dieses Rauslassen tut echt gut, auch wenn da Scham gegenüber denen ist, die so viel mehr verloren haben. ❤️ @Chephe1

@Thalestria das nennt man „die Schuld der Überlebenden“ und kommt häufig vor. Ein bekanntes Phänomen, also lass hier raus was raus muss, das hilft beim Verarbeiten ❤️ @tombies

de.m.wikipedia.org/wiki/%C3%9C

@Chephe1 Oh! 😮 Scheint aber auch hier öfter vorzukommen, die Pfarrerin sprach es heute Nachmittag sogar direkt an. @tombies

@Thalestria Es kommt halt auch darauf an, wie stark emotional einem sowas mitgenommen hat. Du siehst also, du bist nicht alleine und es ist etwas völlig normales so zu fühlen ❤️ @tombies

@Chephe1 Okay, ich komme mir irgendwie so ... mh... naja, es kommt mir halt so vor, als dürfe ich nicht so fühlen, weil ich ja so viel Glück hatte, niemand verletzt wurde und so. *seufz* Ist aber quatsch, ein Teil von mir weiß das auch. Das Erlebnis war erschreckend und traumatisch, auch mit Glück im Unglück. @tombies

@Thalestria die Angst in dem Moment unterscheidet sich nicht, die ist unabhängig vom realen materiellen Schaden. Demzufolge ist es völlig in Ordnung zu fühlen wie du dich fühlst. 🤷🏻‍♀️ @tombies

@Chephe1 Wow, ja, genau das ist es, wunderbar auf den Punkt gebracht, die Angst unterscheidet sich nicht. Danke, das wird jetzt einer meiner wichtigen Sätze. ❤️ @tombies

@Chephe1 @Thalestria das sehe ich auch so! Es ist immer besser wenn du es rauslassen kannst, darüber reden. Und wer auch dran stört soll gefälligst drüber hinweg lesen! 😉

@MisterB Genau, ist ja unser alle zweites Wohnzimmer, wie @Chephe1 und @vilbi so schön sagten.

@Thalestria Das ist kein "Zulabern", sondern wichtiges und nötiges Reden /Schreiben....und auch dafür sind wir da! ❣

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